Eine der häufigsten Fragen seit der Cannabis-Reform: Bekomme ich meinen Führerschein jetzt ohne MPU zurück? In vielen Fällen lautet die Antwort tatsächlich ja – aber nicht pauschal. Hier die ehrliche Einordnung.
Worum es bei der „Amnestie" geht
Bis August 2024 galt ein sehr niedriger THC-Grenzwert von 1,0 ng/ml – heute sind es 3,5 ng/ml. Wer den Führerschein nur wegen eines Wertes verloren hat, der nach heutiger Rechtslage unter dem Grenzwert läge, kann die damalige Entscheidung als rechtswidrigen Verwaltungsakt zurücknehmen lassen (§ 48 VwVfG) – häufig ohne MPU.
Wann die Rückgabe ohne MPU realistisch ist
- einmaliger Verstoß,
- kein Mischkonsum mit Alkohol,
- keine Hinweise auf Abhängigkeit,
- der damalige Wert läge nach heutiger Grenze im zulässigen Bereich.
Wann weiterhin eine MPU droht
Bei wiederholten Verstößen, sehr hohen Werten, Mischkonsum oder Abhängigkeitshinweisen bleibt die MPU bestehen. Auch dann ist eine ehrliche, gute Vorbereitung der Schlüssel.
Vorsicht: nicht alle Behörden ziehen mit
In der Praxis halten sich noch nicht alle Führerscheinstellen an die neue Linie und ordnen weiterhin eine MPU an. Solche Bescheide sind oft angreifbar – lassen Sie Ihren Fall prüfen, statt den Bescheid einfach hinzunehmen.
