Ein Wert von 1,6 Promille oder mehr führt fast immer zur Anordnung einer Alkohol-MPU. Das klingt zunächst beunruhigend – ist aber mit der richtigen Vorbereitung gut zu meistern. Hier erfährst du, was auf dich zukommt und worauf es ankommt.

Ab wann wird die MPU angeordnet?

Die wichtigste Schwelle ist 1,6 Promille: Ab diesem Wert ordnet die Fahrerlaubnisbehörde die MPU regelmäßig an. Aber Achtung – schon ab 1,1 Promille kann die MPU angeordnet werden, seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (2021) auch bei Ersttätern: Wer bei diesem Wert keine deutlichen Ausfallerscheinungen zeigt, gilt als alkoholgewöhnt – und das begründet Zweifel an der Fahreignung.

Der Ablauf der Alkohol-MPU

Die MPU besteht aus drei Teilen: einem medizinischen Teil (Untersuchung, Laborwerte), einem Reaktionstest am Computer und dem psychologischen Gespräch mit dem Gutachter. Im Gespräch geht es nicht darum, dich „reinzulegen", sondern darum, ob du dein früheres Verhalten verstanden und nachhaltig geändert hast.

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Bei höheren Promillewerten oder Hinweisen auf ein Alkoholproblem wird in der Regel ein Abstinenznachweis über 6 bis 12 Monate verlangt (per EtG-Haaranalyse oder Urin-Screening). Bei niedrigeren Werten und einem unauffälligen Trinkverhalten kann auch kontrolliertes Trinken der richtige Weg sein. Welcher Weg zu dir passt, hängt vom Einzelfall ab – das sollte fachlich geklärt werden, bevor du Nachweise sammelst.

Die häufigsten Fehler

  • Den Abstinenzzeitraum falsch berechnen und dadurch Monate verlieren.
  • Im Gespräch das eigene Trinkverhalten verharmlosen – Gutachter erkennen das sofort.
  • Keine glaubhafte Erklärung dafür haben, was sich konkret geändert hat.
  • Unvorbereitet und ohne Probegespräch in die Prüfung gehen.

So bereitest du dich richtig vor

Plane mindestens zwei Monate ein. Eine gute Vorbereitung klärt deinen Anlass, organisiert ggf. den Abstinenznachweis korrekt, arbeitet dein Trinkverhalten auf und übt das Gespräch in einer realistischen Simulation. Genau hier entscheidet sich Bestehen oder Durchfallen.